Jugendilche 27

200 Jahre Maria-Hilf-Verehrung

Jedes Jahr am 24. Mai begeht die katholische Kirche das Fest „Maria, Hilfe der Christen“, auch „Schutzmantelfest“, das heuer seit genau 200 Jahren in der katholischen Kirche gefeiert wird. Papst Pius VII. hatte den Gedenktag 1815 gestiftet, als Dank für seine Befreiung aus der napoleonischen Gefangenschaft am 24. Mai 1814.

Maria als Helferin der Christen war für Don Bosco, der 2015 200 Jahre alt geworden wäre, eine Lehrmeisterin im Glauben, im Vertrauen auf Gott und im tatkräftigen Sich-Einbringen in den Alltag. In allen Gruppen der Don Bosco Familie ist der 24. Mai deshalb ein Hochfest. Die Helferin der Christen wird in der Don Bosco Familie als Hauptpatronin verehrt.

Auf dieser Seite finden Sie folgende Informationen zum Maria-Hilf-Fest:

 

Bischof Oster: "Ich bin überzeugt davon, dass die Muttergottes in meinem Leben Regie führt"

Einen ganz persönlichen Bezug zu diesem Fest hat auch der vor einem Jahr von Papst Franziskus zum Bischof von Passau ernannte Salesianer Stefan Oster SDB. In einem Interview mit der Journalistin Michaela Koller verriet der Bischof, wie die Geschichte seines Ordensgründers ihn berührte und wie das Fest Maria, Hilfe der Christen, ihn mit Don Bosco verbindet. Einen Auszug aus dem Interview können Sie hier nachlesen.

Warum haben Sie sich dafür entschieden, Salesianer Don Boscos zu werden?

Bischof Oster: Am Anfang steht die Erfahrung, dass ich mein Leben Gott zur Verfügung stellen soll. Das ging allem voraus. Dann habe ich gefragt: Wo? Ich bin an mehreren Punkten meines Lebens dahin gekommen, dass ich Don Bosco entdeckt und zugleich immer eine besondere Nähe zum Thema Pädagogik für Kinder und junge Menschen gehabt habe. Ich weiß noch, dass ich damals oft gesagt habe: Wenn ich nicht Journalist wäre, fände ich den Beruf des Kindergärtners super. Es gab sehr viele Erfahrungen, wie ich mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unterwegs war. Irgendwann habe ich dann eine kleine Biographie von Don Bosco gelesen und da hat es mich richtig „erwischt“. Ich habe gedacht: Da gehöre ich hin.

Können Sie sich an diese erste bewusste Auseinandersetzung mit Ihrem Ordensgründer genauer erinnern? Was hat Sie von der Geschichte, von dem Leben Don Boscos berührt?

Bischof Oster: Nach dieser Erfahrung, dass ich mein Leben zur Verfügung stellen muss, war ich auf der Suche. Am Anfang habe ich gedacht, dass vielleicht die Jesuiten infrage kämen, da ich philosophisch und medial unterwegs war und dachte, das könnte passen. Ich war mir dabei aber selbst verdächtig, ob es da nicht um Eitelkeit gehen könnte. Ich habe dann einmal einen Freund aus Regensburg gefragt, was die Salesianer machen. Er sagte, sie arbeiteten mit Lehrlingen, das sei nichts für mich. In der Zeit, als ich in München beim Süddeutschen Verlag arbeitete, schaute ich mir am Wochenende Klöster an, unter anderem auch Benediktbeuern. Ich dachte: Oh, liegt das schön und sie haben auch eine Hochschule, aber vielleicht haben die Jesuiten die Bessere.

Von dort habe ich die kleine Biographie von Don Bosco mitgenommen. Sie lag dann wochenlang unberührt auf meinem Nachtkastl. Ich habe in der Zeit versucht, wie ein Ordensmann zu leben: morgens und abends intensive Gebetszeiten und öfter in die Messe zu gehen. Eines Abends habe ich dann innerlich einen Film ablaufen sehen, einen Film, in dem ich alle Szenen in meinem Leben sah, in denen ich mit jungen Menschen und für junge Menschen unterwegs war. Das war eigenartig. Ich dachte, dass ich doch einmal die Biographie lesen müsse. Ich habe sie dann aufgeschlagen. Das Erste, das ich darin las: Don Bosco war ein Gaukler. Er führte Kindern und jungen Menschen Kunststücke vor und als Eintritt erbat er, ein Ave Maria oder Vaterunser mit ihm zu beten.

Was ist für Sie das Besondere am salesianischen Charisma?

Bischof Oster: Zusätzlich zur Freude an Gott ist es die bevorzugte Liebe zu den Menschen am Rand, besonders auch zu den jungen Menschen. Gott liebt in besonderer Weise die Kinder und die jungen Menschen; sie sind gefährdet. Eines der großen Stichworte Don Boscos ist Assistenz, Dabeisein, mit den jungen Menschen unterwegs sein, mit ihnen reden, nicht nur über sie reden, von oben herab. Wir sagen manchmal den Satz, von dem wir gar nicht genau wissen, ob er original von Don Bosco ist: Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen. Mir wird immer bewusster, wie sehr das nicht nur ein netter Satz für Kindergarteneinweihungen ist, sondern ein richtiges geistliches Programm: Unter den Bedingungen von heute einerseits das Evangelium klar und wahr zu verkünden, und andererseits zu sagen: Dann lass sie halt reden, auf dich einschlagen und versuche dabei im Frieden und in der Freude zu bleiben.

Ein Programm, das auch auf die Aktualität der salesianischen Sendung, der Pädagogik Don Boscos, verweist...

Bischof Oster: Das, was uns Don Bosco als Pädagoge hinterlassen hat, ist die Präventivmethode. „Praevenire“ heißt zuvorkommen, also die zuvorkommende Liebe Gottes leben. Er sagt: Sei mit den Jugendlichen, gewinne ihr Herz, gewinne ihre Freundschaft, damit sie, bevor sie einen Schmarrn machen, mit dir schon unterwegs sind, sich von dir bewegen und von dir zu Gott führen lassen. Das bedeutet, nicht erst reparativ oder gar repressiv mit Jugendlichen zu arbeiten. Prävention ist gerade heute ein sehr aktuelles Stichwort, ob es um Gesundheit, Süchte oder Pädagogik geht. Don Bosco hat das ganz früh gesehen. Natürlich betrifft es auch – für mich sehr wichtig – das Thema Glaubenskommunikation. Wir tun uns heute ja wirklich schwer als Kirche mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen, ihnen zu vermitteln, was wir glauben, ihnen den Blick und das Herz zu öffnen. Wenn man versucht, in der Weise wie Don Bosco unterwegs zu sein, dann geht das schon.

Don Bosco hat die Verehrung der Muttergottes unter dem Titel „Maria, Hilfe der Christen“ in die Spiritualität des Ordens integriert, ein Fest, das wir am 24. Mai feiern. Was wissen Sie darüber, wie Don Bosco auf diese besondere Marienverehrung gekommen ist?

Bischof Oster: Als ich Salesianer Don Boscos geworden bin, habe ich irgendwann erfahren, dass Don Bosco die Muttergottes zunächst als Immaculata verehrte und dann wohl gemeint hat, da müsse so ein aktiveres Moment hinein. Wir wissen eigentlich nicht so genau, warum das so war: Aber sicher ist ja, dass es von hier, von Süddeutschland aus, eine Bewegung durch die Entstehung der Mariahilf-Bruderschaften gab und sicher kam dies auch bei Don Bosco an. Er hat dann eben begonnen, sie unter diesem Titel zu verehren.

Heute wird in Südeuropa und Lateinamerika Mariahilf immer mit Don Bosco in Verbindung gebracht. Er hat in Turin die große Mariahilf-Basilika gebaut und in der liegt er auch begraben. Don Bosco hat – weil er diesen 24. Mai so geliebt hat – an jedem 24. im Monat in seinen Häusern den Mariahilfsegen gespendet. Er hat einen besonderen Segen geschrieben und sich diesen vom Papst approbieren lassen.

Sie haben persönlich zu diesem Fest einen besonderen Bezug, nicht wahr?

Bischof Oster: Ich bin in Amberg im Marienkrankenhaus geboren, unterhalb des Mariahilfbergs. Ich bin dort bis zu meiner frühen Jugend aufgewachsen und habe dort an diesem Berg im Wald gespielt, Indianer, Fußball und was auch alles. Einmal im Jahr fand das große Bergfest am Mariahilfberg statt, die Franziskaner predigten dort und es war sehr aufregend.

Einmal haben sie mir in dem Krankenhaus das Leben gerettet, oder zumindest den Verstand: Ich bin in der Nacht mit einer Meningitis eingeliefert worden und zunächst wollte keiner helfen. Da hat mein Vater als junger Mann dort das Haus zusammengeschrien, damit endlich jemand zur Hilfe eile. Ein Arzt kam dann und stellte fest, was ich hatte. Wenn sie es später erkannt hätten, dann wäre ich zumindest geistig behindert geworden.

Meine allererste heilige Messe in Passau habe ich am Mariahilfberg gefeiert, die Hochzeit von Peter Seewald [als Pater Stefan Oster, bevor er Bischof wurde; Anm. d. Red.].

Als ich dann zum Bischof ernannt wurde, kamen die Passauer zu mir und haben gesagt, wir müssten bald die Weihe organisieren. Ich fragte sie, für wann denn. Sie sagten: am 25. Mai. Ich fragte, ob wir vielleicht den 24. Mai festlegen könnten, weil es unser Hochfest Mariahilf ist. Das sei unmöglich, antworteten sie, weil an einem Samstag im Mai viele Hochzeiten stattfinden. Ich habe dann den Kardinal [Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, Anm. d. Red.] angerufen und gefragt. Er sagte, er habe nur am 24. Mai Zeit.

Dann komme ich nach Passau und werde hier Bischof und erfahre, dass von hier die Mariahilf-Verehrung quasi ihren Ausgang genommen hat. Zumindest war hier ein starker Kristallisationspunkt, weil das Kaiserpaar [Kaiser Leopold I., der 1683 nach Passau geflohen war] hier gegen die Türkengefahr gebetet hat. Als sie dann das Gebetskärtchen für die Bischofsweihe mit allen Daten zusammengestellt haben, gab es noch einmal einen schönen Zufall: Ewige Profess am 24. Juli, Priesterweihe 24. Juni und Bischofsweihe 24. Mai. Ich bin überzeugt davon, dass die Muttergottes in meinem Leben Regie führt.

Interview: Michaela Koller / ZENIT.org

Das vollständige Interview können Sie auf der Website von ZENIT.org nachlesen - Teil 1 und Teil 2.

 

Sr. Petra Egeling: "Maria ist eine Lehrmeisterin im Glauben"

Drei Fragen an Sr. Petra Egeling, Provinzvikarin der Deutschsprachigen Provinz der Don Bosco Schwestern

Sr. Petra, welche Bedeutung hatte Maria als Helferin der Christen für Don Bosco?

Sr. Petra: Bei dieser Frage denke ich sofort an den Traum, den Don Bosco mit neun Jahren hatte. „Ich werde dir eine Lehrmeisterin geben. Unter ihrer Führung wirst du weise werden.“ Und genau dies ist Maria für Don Bosco auch gewesen – eine Lehrmeisterin im Glauben und im Hoffen, im Vertrauen auf Gott und im tatkräftigen Sich-Einbringen in den Alltag. Bei der Aussendung der ersten Missionare trug der Leiter der Gruppe, Don Cagliero, ein Blatt mit, auf das Don Bosco geschrieben hatte: „Tut, was ihr könnt. Gott wird tun, was wir nicht können. Vertraut alles Jesus im Sakrament und Maria, Hilfe der Christen an, und ihr werdet erleben, was Wunder sind.“

Mit offiziellem Ordensnamen nennen sich die Don Bosco Schwestern „Töchter Mariä, Hilfe der Christen“*. Wie kam es zu diesem Namen?

Sr. Petra: In unseren Konstitutionen heißt es: „Don Bosco hat uns gewollt als ‚lebendiges Denkmal‘ seiner Dankbarkeit der Helferin der Christen gegenüber und er will, dass wir seinen Dank durch die Zeit fortführen.“ Und in einem anderen Artikel heißt es: „Maria ist in unserem Leben und in der Geschichte des Instituts wirksam gegenwärtig.“ Und dieses „wirksam“ ist ganz konkret zu verstehen.

Welche Bedeutung hat das Maria-Hilf-Fest für die Don Bosco Familie?

Sr. Petra: Don Bosco hat beim Bau der Maria-Hilf-Basilika gesagt: „Dies wird die Mutterkirche unserer Kongregation“ – und somit ist sie gleichzeitig auch die Mutterkirche der gesamten Don Bosco Familie. In der Charta der Identität der Don Bosco Familie steht geschrieben, dass alle Gruppen die Helferin der Christen als Hauptpatronin verehren. Maria wird dabei nicht nur als Mutter der Kirche und Helferin der Christen angesehen, sondern als Mutter der gesamten Menschheit betrachtet, sodass auch Mitglieder verschiedener Gruppen, die sogar anderen Religionen angehören, eine aufrichtige Verehrung für sie pflegen können.

Interview: Hannah-Magdalena Pink

 

Gebetsaufruf von Papst Benedikt

Papst Benedikt XVI. hat am 27. Mai 2007 einen Brief "an die Bischöfe, die Priester, die Personen des gottgeweihten Lebens und an die gläubigen Laien der katholischen Kirche in der Volksrepublik China" veröffentlicht. Der Papst bittet in diesem Brief darum, dass die Katholiken auf der ganzen Welt alljährlich am 24. Mai für die Kirche in China beten.

Zum Gebet von Papst Benedikt XVI. für die Kirche in China

Der heilige Johannes Bosco
Johannes-Bosco

Der Turiner Priester, Ordensgründer und Erzieher Johannes Bosco (1815-1888) gehört neben Adolph Kolping, Paul Josef Nardini und vielen anderen zu den großen Sozialaposteln des 19. Jahrhunderts. Er zählte zu denen, die aufmerksam waren für eine stetig wachs-
ende soziale Not und die aus christlicher Motivation heraus Hand anlegten zu deren Überwindung. Dabei hatte Don Bosco mit seiner „Pädagogik der Vorsorge“ besonders die benachteiligten und ausgegrenzten jungen Menschen im Blick. Mehr zum Leben Don Boscos

Der neue Don-Bosco-Film

„Der Seiltänzer - Auf den Spuren des heiligen Johannes Bosco (1815-1888)“ heißt der neue Don-Bosco-Film, der am 10. Januar in München Premiere feierte. Aus Anlass des 200. Geburtstags Don Boscos im Jahr 2015 erinnert Filmemacher Marcel Bauer an Stationen im Leben Don Boscos und beleuchtet die Aktualität seines pädagogischen und pastoralen Programms an Beispielen salesianischer Arbeit in Deutschland und in Übersee.

Informationen und Bestellung

Don Bosco Magazin
317 Titel

Die Ordenszeitschrift wird von den Salesianern Don Boscos zusammen mit den Don Bosco Schwestern in Deutschland herausgegeben. Das Don Bosco Magazin erscheint alle 2 Monate. Das Magazin versteht sich als Familienmagazin und engagiert sich für die Anliegen von Kindern, Jugendlichen und Familien.

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