Jugendilche 27

Papst besucht Don Bosco in Turin: "Meine Familie ist sehr mit den Salesianern verbunden"

Veröffentlicht am: 22. Juni 2015

Turin (Italien) - Mit einer sehr persönlich gehaltenen Rede hat Papst Franziskus am Sonntag, den 21. Juni 2015 bei seinem Turin-Besuch in der Maria-Hilf-Basilika die Don Bosco Familie überrascht. Hier in Turin-Valdocco im Mutterhaus der Salesianer hatte Don Bosco sein heute weltweites Werk begonnen.

In der Basilika angekommen, steuerte Papst Franziskus zunächst das Grab von Don Bosco an, wo er ein kurzes Gebet verrichtete. Den vorbereiteten Text legte der Papst dann zur Seite und hielt eine mit vielen persönlichen Erinnerungen versehene Rede. "Meine Familie ist sehr mit den Salesianern verbunden", sagte er. "Mein Vater ist gleich als er nach Argentinien kam, zu den Salesianern gegangen, zur italienischen Kirche, und hat da viele Leute kennengelernt. Sofort hat er Zuneigung gefasst zu einer Fußballmannschaft, die ein Salesianerpater gegründet hatte! Mit den Farben der Madonna, rot und blau, mit Straßenkindern. Für mich ist es die beste Mannschaft Argentiniens!" (Anmerkung: Der Papst ist noch heute eingetragenes Fan-Mitglied im Club San Lorenzo).

Ebenfalls bei den Salesianern habe sein Vater seine Mutter kennengelernt, und der Salesianerpater, der sie getraut habe, sei zum Begleiter der ganzen Familie geworden. Ein großer Beichtvater sei er gewesen, würdigte Franziskus den Pater. "Er taufte mich, ich ging zu ihm beichten als Jugendlicher, und er hat meine Berufung begleitet. Und als ich vom Seminar zu den Jesuiten gegangen bin, hat er mich wieder begleitet. Als meine Mutter nach der Geburt des fünften Kindes ein Jahr lang gelähmt blieb, gingen wir drei älteren Geschwister auf ein Internat der Salesianer. Dort habe ich gelernt, was Schönheit und was Arbeit ist. Also, ich bin den Salesianern sehr dankbar."

Franziskus ging dann auf das Charisma Don Boscos ein. Der große Heilige habe das Talent gehabt, Jugendliche nicht nur an eine Berufsausbildung, sondern auch an Herzensbildung heranzuführen. Im Einsatz für die vernachlässigten Jugendlichen seiner Zeit habe Giovanni Bosco sogar sein Priestertum auf gewisse Weise "riskiert", formulierte der Papst in freier Rede. "Deshalb haben viele schlecht über ihn geredet. Sie sagten, das sind doch Leute zweiter Klasse, verlorener Einsatz."

Im Vergleich zwischen dem 19. Jahrhundert, der Zeit der Industrialisierung und der Verarmung des Proletariats, und der heutigen Lage ist aus Sicht der Papstes mit Blick auf die Jugendlichen kein großer Unterschied auszumachen. "Heute haben wir 40 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Italien. Ihr Salesianer habt dieselbe Herausforderung, die damals Don Bosco hatte: diese Jugendliche aufzunehmen."

Sport und Bildung, nannte Franziskus als Stichworte, und ganz konkret riet er den Salesianern, den arbeitslosen jungen Leuten Mini-Ausbildungen anzubieten. "In sechs Monaten lernen, Mechaniker oder Installateur zu sein... und damit können sie sich über Wasser halten. Geben wir ihnen etwas, das wirklich Quelle der Arbeit ist, auch kleine demütige Arbeit - eine Bildung für den Notfall. Ich glaube, die Straßenkinder haben heute Bedarf an einer Bildung für den Notfall. Diese 40 Prozent brauchen etwas. Die salesianische Kreativität muss diese Herausforderung in die Hände nehmen."

Don Bosco etwa habe überhaupt keine Scheu gehabt, von seinen "drei weißen Lieben" zu sprechen: der Madonna, der Eucharistie und dem Papst. "Er schämte sich nicht für die Madonna, weil er sich nie für seine Mutter schämte"; Mama Margareta hatte das Wirken ihres Sohnes zeitlebens innig begleitet und die letzten zehn Jahre ihres Lebens in Valdocco verbracht.

Die Rede des Papstes war gewissermaßen eine Dankesrede. "Immer wenn ich einen Salesianer traf, habe ich ihn um einen Segen von Maria, der Helferin gebeten. Dafür bin ich dankbar. Dass ich da wachsen durfte, voranzugehen in der Freude, im Gebet. Und da ist, glaube ich, euer Charisma sehr zeitgemäß."

RefÖA/donbosco.at/kathpress/Radio Vatikan; Fotos: ANS

Weitere Fotos vom Papst-Besuch in Turin

Der heilige Johannes Bosco
Johannes-Bosco

Der Turiner Priester, Ordensgründer und Erzieher Johannes Bosco (1815-1888) gehört neben Adolph Kolping, Paul Josef Nardini und vielen anderen zu den großen Sozialaposteln des 19. Jahrhunderts. Er zählte zu denen, die aufmerksam waren für eine stetig wachs-
ende soziale Not und die aus christlicher Motivation heraus Hand anlegten zu deren Überwindung. Dabei hatte Don Bosco mit seiner „Pädagogik der Vorsorge“ besonders die benachteiligten und ausgegrenzten jungen Menschen im Blick. Mehr zum Leben Don Boscos

Der neue Don-Bosco-Film

„Der Seiltänzer - Auf den Spuren des heiligen Johannes Bosco (1815-1888)“ heißt der neue Don-Bosco-Film, der am 10. Januar in München Premiere feierte. Aus Anlass des 200. Geburtstags Don Boscos im Jahr 2015 erinnert Filmemacher Marcel Bauer an Stationen im Leben Don Boscos und beleuchtet die Aktualität seines pädagogischen und pastoralen Programms an Beispielen salesianischer Arbeit in Deutschland und in Übersee.

Informationen und Bestellung

Don Bosco Magazin
617 Cover

Die Ordenszeitschrift wird von den Salesianern Don Boscos zusammen mit den Don Bosco Schwestern in Deutschland herausgegeben. Das Don Bosco Magazin erscheint alle 2 Monate. Das Magazin versteht sich als Familienmagazin und engagiert sich für die Anliegen von Kindern, Jugendlichen und Familien.

Hier bestellen

Don Bosco Netzwerker
Freiwilligendienste mit Don Bosco
Don Bosco Volunteers Website 2017

Du interessierst dich für einen Freiwilligendienst bei den Salesianern Don Boscos in Deutschland oder im Ausland? Hier findest du alle wichtigen Infos, Bewerbungsmaterialien, Termine und vieles mehr.

Weitere Informationen