Jugendilche 27

Johannes Bosco – Sein Leben im Dienst der Jugend

Im Jahr 2015 feiern die Salesianer Don Boscos ein besonderes Jubiläum: Vor genau 200 Jahren, am 16. August 1815, wurde der italienische Priester und Ordensgründer Johannes Bosco in der Nähe von Turin (Italien) geboren. Hier ein Überblick über das Leben Johannes Boscos, des „Vaters und Lehrers der Jugend“, der am 1. April 1934 heiliggesprochen wurde.

1815

Am 16. August 1815 wird Johannes Bosco im kleinen Dorf Becchi bei Turin geboren. Er wächst mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Josef und seinem zwölf Jahre älteren Halbbruder Antonio auf. Zwei Jahre nach seiner Geburt stirbt sein Vater, und seine Mutter Margareta zieht die drei Kinder alleine groß. Sein berühmtes Wort: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ spiegelt die für ihn und seine erzieherische Tätigkeit kennzeichnende Grundhaltung der Freude und der Lebensbejahung wider, die er schon von seiner Mutter gelernt hat.

1824

Mit neun Jahren träumt Johannes von einer Begegnung mit Jesus. Im Traum wollte Johannes mit einigen Fausthieben ein paar Jungen bei einer Rauferei zurückschlagen und strafen. Doch dann tritt Jesus hinzu und sagt: „Nicht mit Schlägen, sondern mit Güte und Liebe wirst du sie zu Freunden gewinnen.“ Dieser Traum wird als eine Art Vorauszeichen für Johannes Boscos späteren Lebens- und Berufungsweg als Priester der Jugend gedeutet.

1831 – 1841

In Chieri, 13 Kilometer vom Colle Don Bosco, seinem Geburts- und Elternhaus, entfernt, verbringt Johannes Bosco zehn Jahre (1831-1841) seiner Jugendzeit mit Schule, Arbeit und Studium. Dabei zeigt er eine überdurchschnittliche Begabung und schafft den Schulabschluss in sehr kurzer Zeit. Er tritt danach ins Erzbischöfliche Priesterseminar in Chieri ein, wo er fünfeinhalb Jahre zum Studium der Philosophie und Theologie verbringt. 1841 wird er in Turin zum Priester geweiht. Er nimmt sich dabei vor: „Die Güte und Sanftmut des hl. Franz von Sales mögen mich in allem leiten.“

1841

Nach seiner Priesterweihe geht Don Bosco nach Turin, eine pulsierende, schnell wachsende Industriestadt des 19. Jahrhunderts, um dort unter Anleitung des hl. Josef Cafasso (1811-1860) ein pastorales Aufbaustudium zu absolvieren. Dabei lernt er schnell die Schattenseiten der Industrialisierung kennen: Viele Jugendliche leben sozial entwurzelt auf der Straße, sie suchen Ausbildung und Arbeit und werden stattdessen ausgebeutet oder landen gar im Gefängnis. Der junge Priester Don Bosco ist vom Elend und von der Hoffnungslosigkeit vieler Jugendlicher zutiefst erschüttert. Er beginnt, sich um sie zu kümmern, und verbringt seine Freizeit mit ihnen. Dann fängt er an, sie zu unterrichten, und bringt ihnen Lesen und Schreiben und den Katechismus bei. Er gründet sein erstes Jugendzentrum, das sogenannte Oratorium, das eine Anlaufstelle für die vernachlässigten und allein gelassenen Kinder und Jugendlichen sein soll.  Als sein Lebensmotto wählt er das Wort: „Da mihi animas, cetera tolle. – Gib mir Seelen, alles andere nimm!“ (Gen 14,21).

1846

Das Oratorium, das Don Bosco unter den Schutz des von ihm hoch verehrten heiligen Franz von Sales (1567-1622) gestellt hat, erhält Ostern 1846 seinen festen Sitz im Pinardihaus in Valdocco, einem Stadtteil in Turin. Das Oratorium ist ein offenes Haus für junge Menschen, besonders für die Ärmeren unter ihnen, ein Haus zum Leben, zum Spielen, zum Lernen und zum Einüben des Glaubens. Die Kirche bildet dabei das geistliche Zentrum. Nachdem Don Bosco im Sommer 1846 lebensgefährlich erkrankt war und wieder gesund wird, weiht er sein ganzes Leben der Jugend: „Ich habe Gott versprochen, bis zum letzten Atemzug für meine armen Jugendlichen da zu sein.“ Im November 1846 kommt auch seine Mutter Margareta (1788-1856) nach Turin, um ihren Sohn bei seiner Arbeit mit den Jugendlichen zu unterstützen. Sie kümmert sich ganz besonders um die Waisen unter ihnen und schenkt ihnen Geborgenheit und das Glück einer Familie. „Mama Margareta“, wie sie von allen genannt wird, stirbt am 25. November 1856.

1859

Im Laufe der Zeit gründet Don Bosco Lehrwerkstätten und Schulen und schließt für seine Jugendlichen gerechte Ausbildungsverträge ab. Mehr und mehr sammelt er auch eine immer größer werdende Schar von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern um sich. Als begnadeter Erzieher ist für seine Jugendlichen auch ein großes Vorbild. Mit seinem Erziehungsstil und seiner pastoralen Praxis, die er „Präventivsystem“ nennt und die sich auf die Vernunft, die Religionund die Liebenswürdigkeit gründet, führt er die Jugendlichen zur Reflexion, zur Begegnung mit Christus und zum apostolischen, gesellschaftlichen und beruflichen Engagement. Unter seinen Jugendlichen sucht er die besten Mitarbeiter für sein Werk aus und ruft am 18. Dezember 1859 die„Gesellschaft des heiligen Franz von Sales“, die heutige Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos, ins Leben. Don Bosco wählte diesen Ordenspatron, da er ihn wegen seiner Güte und Menschenfreundlichkeit sehr verehrte.

1872

Don Bosco trifft 1864 das erste Mal auf Maria Mazzarello (1837-1881). Diese leitete in ihrem Heimatdorf Mornese (Piemont, Italien) mit anderen jungen Frauen eine Nähschule für Mädchen, welche mit einem sonntäglichen Oratorium verbunden war. Später wurde daraus ein Kinderheim, das elternlosen Mädchen ein Zuhause gab. Don Bosco und Maria Mazzarello spüren von Anfang an eine große Übereinstimmung in ihrem Einsatz für junge Menschen. 1871 nehmen die Pläne Don Boscos zur Gründung einer Frauengemeinschaft konkrete Gestalt an. Zusammen mit Maria Mazzarello gründet er 1872 in Mornese die Gemeinschaft der„Töchter Mariä der Hilfe der Christen“, die im deutschen Sprachraum meist „Don-Bosco-Schwestern“ genannt werden. Maria Mazzarello wird ihre erste Oberin.

1875

Nach seiner Gründung im Jahr 1859 breitet sich der Orden Don Boscos immer weiter aus, und die Anzahl der Priester und Brüder wächst stetig. Erste Gründungen im Ausland erfolgen, z.B. 1875 im französischen Nizza. 1875 brechen auch erstmals zehn Missionare nach Südamerika auf, um dort das Evangelium zu verkünden und für die Kinder und Jugendlichen zu arbeiten. Leiter der ersten Missionsexpedition ist Johannes Cagliero (1838-1926), dem Don Bosco die Ordensregeln übergibt, um auf diese Weise seinen „Söhnen“ in der Ferne nahe zu sein. Zu Lebzeiten Don Boscos gehen bei insgesamt 12 Missionsaussendungen 152 Salesianer und 50 Schwestern nach Übersee.

1876

Don Bosco erkennt bald, dass die Ordensleute angesichts der Not unzähliger junger Menschen immer auch auf die Hilfe und Unterstützung von zahlreichen Laien angewiesen sind. Schon viele Jahre hatte er die Idee des „externen Salesianers“ verfolgt, kann sie jedoch in Rom nicht durchsetzen. Darum gründet er 1876 die „Fromme Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter“, deren Mitglieder sich in den Familien, Pfarreien, Betrieben und Verbänden und in der Politik für die benachteiligten jungen Menschen einsetzen und mit ihren Begabungen sein Werk fördern sollen. Um mit ihnen Kontakt zu halten und sie zu animieren, gibt Don Bosco die Zeitschrift des „Bollettino Salesiano“ heraus, das heutige Don Bosco Magazin.

1884

Mit zunehmendem Wachstum seines Werkes spürt Don Bosco, dass es immer schwerer wird, es mit dem Ursprungsgeist zu beleben. Angesichts seines Alters macht er sich Sorgen um die Zukunft seines Werkes. Während seiner Romreise schreibt er darum im Mai 1884 seinen sogenannten „Rombrief“, der sein pädagogisches Manifest werden sollte. In ihm bekennt er seinen Jugendlichen: „Ich will euch zeitlich und ewig glücklich sehen!“ Und die Erzieher mahnt er dazu, wie „Väter, Brüder und Freunde“ inmitten der jungen Menschen zu sein und sich immer für das zu interessieren, was die jungen Menschen bewegt.

1888

Nachdem Don Bosco sich all die Jahre für seine Jugendlichen eingesetzt hat, lassen seine Kräfte nach, und er kann das Bett nicht mehr verlassen. Am frühen Morgen des 31. Januar 1888 stirbt er  im Beisein seiner Mitbrüder. Und auch sein letzter Gruß geht an seine Jugendlichen, wenn er ihnen ausrichten lässt: „Ich erwarte euch alle im Himmel!“. Bei seinem Tod hat sich sein Werk schon bereits weltweit ausgebreitet: 773 Salesianer Don Boscos und 276 Novizen leben und arbeiten in insgesamt 58 Niederlassungen.

1934

Am Ostersonntag 1934 wird Don Bosco von Papst Pius XI. heilig gesprochen. Anlässlich der Hundertjahrfeier seines Todes erklärt Papst Johannes Paul II. ihn zum „Vater und Lehrer der Jugend“. Sein Grab befindet sich in der Maria-Hilf-Basilika in Turin-Valdocco.

Heute

Aus der „Gesellschaft des heiligen Franz von Sales“ ist über 150 Jahre nach ihrer Gründung ein beeindruckendes Werk für die jungen Menschen, insbesondere für die benachteiligten unter ihnen, entstanden. Heute leben und wirken fast 15.700 Salesianer Don Boscos in etwa 130 Ländern der Erde. Damit sind sie die zweitgrößte der katholischen Ordensgemeinschaften weltweit. Sie arbeiten hauptsächlich als Priester, Diakone und Brüder in der Jugendseelsorge sowie in der Erziehung und Ausbildung junger Menschen, die aufgrund individueller, sozialer oder gesellschaftlicher Probleme eine besondere Förderung und Unterstützung benötigen. Wie Don Bosco wollen die Salesianer auch heute mit der „Pädagogik der Vorsorge“ „erziehend evangelisieren und evangelisierend erziehen“ und den ihnen anvertrauten Jugendlichen „Zeichen und Botschafter der Liebe Gottes“ sein, um ihnen zu einem gelingenden Leben zu verhelfen.

Die Gemeinschaft der Don-Bosco-Schwestern umfasst heute ca. 14.600 Schwestern in 90 Ländern, die in verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit und der Förderung der Frauen sowie in der Mission tätig sind.

Zur geistlichen Gemeinschaft der „Don-Bosco-Familie“ gehören neben den beiden von Don Bosco gegründeten Ordensgemeinschaften zahlreiche Menschen, die in unterschiedlichen Gruppen das Anliegen Don Boscos durch ihr Gebet, ihre aktive Mitarbeit oder ihre Spenden unterstützen: die Vereinigung der Ehemaligen, die Salesianischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Don Boscos (SMDB), die Volontarie Don Boscos (VDB) und zahlreiche weitere geistliche Gemeinschaften.

Darüber hinaus arbeiten Tag für Tag Tausende von Männern und Frauen mit großem Engagement als haupt-und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den pädagogischen und pastoralen Einrichtungen und Projekten mit, um im Geist Don Boscos dazu beizutragen, dass das Leben junger Menschen gelingt.

Der heilige Johannes Bosco
Johannes-Bosco

Der Turiner Priester, Ordensgründer und Erzieher Johannes Bosco (1815-1888) gehört neben Adolph Kolping, Paul Josef Nardini und vielen anderen zu den großen Sozialaposteln des 19. Jahrhunderts. Er zählte zu denen, die aufmerksam waren für eine stetig wachs-
ende soziale Not und die aus christlicher Motivation heraus Hand anlegten zu deren Überwindung. Dabei hatte Don Bosco mit seiner „Pädagogik der Vorsorge“ besonders die benachteiligten und ausgegrenzten jungen Menschen im Blick. Mehr zum Leben Don Boscos

Der neue Don-Bosco-Film

„Der Seiltänzer - Auf den Spuren des heiligen Johannes Bosco (1815-1888)“ heißt der neue Don-Bosco-Film, der am 10. Januar in München Premiere feierte. Aus Anlass des 200. Geburtstags Don Boscos im Jahr 2015 erinnert Filmemacher Marcel Bauer an Stationen im Leben Don Boscos und beleuchtet die Aktualität seines pädagogischen und pastoralen Programms an Beispielen salesianischer Arbeit in Deutschland und in Übersee.

Informationen und Bestellung

Don Bosco Magazin
317 Titel

Die Ordenszeitschrift wird von den Salesianern Don Boscos zusammen mit den Don Bosco Schwestern in Deutschland herausgegeben. Das Don Bosco Magazin erscheint alle 2 Monate. Das Magazin versteht sich als Familienmagazin und engagiert sich für die Anliegen von Kindern, Jugendlichen und Familien.

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