Jugendilche 27

Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen - unser Leitwort für 2015

Den Spruch „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen!“ kennt fast jeder aus Poesiealben, Kalendern oder von Spruchkarten. Zurück geht er auf Johannes Bosco (1815–1888).

Für den Priester, Erzieher und „Sozialarbeiter“ war dieser Satz - unser Leitwort für das Jubiläumsjahr 2015 - weit mehr als ein netter Spruch: In ihm spiegelt sich die Grundhaltung seines Lebens und seiner erzieherischen und pastoralen Tätigkeit. Sein Erziehungsstil gründete auf Liebe, Vernunft und dem gelebten Glauben.

Doch was wollte der hl. Johannes Bosco mit diesem so leicht daherkommenden Sprichwort eigentlich sagen?

 

Fröhlich sein ...

Don Bosco wusste sich besonders gesandt zu den jungen Menschen, die es schwer hatten im Leben und die ausgegrenzt waren. Sich niederdrücken lassen hilft aber nicht weiter und künstlicher Spaß, der oft an der Oberfläche bleibt, auch nicht.

Als Erzieher und Priester versuchte Don Bosco, seinen Jugendlichen Hoffnung aus dem christlichen Glauben zu vermitteln und ihnen durch Wort und Tat das „Evangelium“, die Frohbotschaft, zu bezeugen. Als Seelsorger wusste er: Wer sich in der „guten Nachricht“ von Jesus, dem Lebensbringer, verwurzelt, der gewinnt auch den Mut und die Stärke, die Aufgaben des Lebens zu bewältigen. 

„Dient dem Herrn in Freude” (Ps 100,2), dieses Psalmwort war nach dem Zeugnis seiner Biographen eines der Lieblingsworte Don Boscos; und die im Glauben gründende Freude bildete die Basis seines Jugendwerkes (MB VI, 4). Selbst ergriffen von der Frohbotschaft konnte er als ein „Heiliger der Freude“ auch seine Jugendlichen mit der Freude des Evangeliums anstecken. Und es war für ihn und seine Jungen nur ganz natürlich, dass sich die Freude am Leben und die Freude am Glauben auch in Humor und Spaß, Feiern und Geselligkeit, Musik und Theater, Sport und Spiel ausdrückten.

 

Gutes tun ...

Die Freude im Sinne des Evangeliums will sich verschenken. Und so war Don Bosco auch ein „Mann der Tat“ und ein „Heiliger der Nächstenliebe“.

Die materielle und seelische Not der J

ugendlichen, der er in den Gefängnissen, auf den Straßen und Plätzen und auf den Baustellen Turins begegnete, erschütterte ihn zutiefst. Und er versuchte Abhilfe zu schaffen, wo er nur konnte. Er wusste, dass sich der Glaube auch in der praktizierten Liebe zeigen muss, so wie es der erhöhte Herr im Evangelium selber sagt: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Das war die Triebfeder des rastlosen Wirkens Don Boscos zum Wohl der benachteiligten jungen Menschen. Gottes- und Nächstenliebe waren für ihn die zwei untrennbaren Seiten einer Medaille.

Aus diesem Geist heraus forderte er seine Schüler immer wieder auf, es ihm gleich zu tun: „Tut, was ihr könnt! Gott wird hinzufügen, was wir nicht vermögen.“ (MB II, 395)

 

… und die Spatzen pfeifen lassen

Aus den Zeugnissen seiner Biographen wissen wir, dass Johannes Bosco den Spruch vor allem brauchte, wenn er sich in seinem Engagement mit Widerständen und Schwierigkeiten konfrontiert sah – und davon gab es in seinem Leben reichlich! – oder wenn ihm andere von ihren Schwierigkeiten erzählten (vgl. MB VI, 3; X, 540).

So lädt der Satz zu einer Gelassenheit ein, die in einem tiefen Gottvertrauen wurzelt. Er fordert dazu auf, sich nicht bei jeder Widerwärtigkeit „ins Bockshorn jagen zu lassen“, sondern einem als richtig erkannten Weg zielstrebig zu folgen. Und er erinnert an das Wort Jesu an seine Jünger, in welchem er sie zu furchtlosem Bekenntnis aufruft: „Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen“ (Mt 10,31).

 „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“– ein motivierendes und ermutigendes Wort auch für heute. Wer es, im wahrsten Sinne des Wortes, „be-herzigt“, lebt ganz im Geist des Evangeliums und wird mit seinem Zeugnis anziehend und ansteckend sein.

P. Reinhard Gesing

 

Der heilige Johannes Bosco
Johannes-Bosco

Der Turiner Priester, Ordensgründer und Erzieher Johannes Bosco (1815-1888) gehört neben Adolph Kolping, Paul Josef Nardini und vielen anderen zu den großen Sozialaposteln des 19. Jahrhunderts. Er zählte zu denen, die aufmerksam waren für eine stetig wachs-
ende soziale Not und die aus christlicher Motivation heraus Hand anlegten zu deren Überwindung. Dabei hatte Don Bosco mit seiner „Pädagogik der Vorsorge“ besonders die benachteiligten und ausgegrenzten jungen Menschen im Blick. Mehr zum Leben Don Boscos

Der neue Don-Bosco-Film

„Der Seiltänzer - Auf den Spuren des heiligen Johannes Bosco (1815-1888)“ heißt der neue Don-Bosco-Film, der am 10. Januar in München Premiere feierte. Aus Anlass des 200. Geburtstags Don Boscos im Jahr 2015 erinnert Filmemacher Marcel Bauer an Stationen im Leben Don Boscos und beleuchtet die Aktualität seines pädagogischen und pastoralen Programms an Beispielen salesianischer Arbeit in Deutschland und in Übersee.

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